„Tanzende Türme“ – Die neue Nummer eins

{lang: 'de'}
So sollen die Türme Anfang nächsten Jahres aussehen (Bild: P. Kühn)

So sollen die Türme Anfang nächsten Jahres aussehen (Bild: P. Kühn)

Noch tanzen sie nicht wirklich, aber ein Blickfang sind sie auch jetzt schon, nachdem ungefähr die Hälfte der Etagen fertig gestellt wurde. Mittlerweile ist es gut ein Jahr her, dass die ehemalige Bowlingbahn an der Reeperbahn 1 abgerissen wurde und die Bauarbeiten für das Großprojekt von Hamburgs Star-Architekt Hadi Teherani begonnen haben.

Da wo lange Zeit der „Mojo-Club“ beheimatet war, wachsen momentan ein Vier-Sterne-Hotel und zwei Wolkenkratzer mit 22 beziehungsweise 24 Stockwerken in die Höhe. In Letzteren entstehen in erster Linie Büroräume, doch auch der Kult-Club wird ab Februar 2012 in einem der beiden Türme sein neues zu Hause beziehen. Den Musikfans und Tanzwütigen werden dann Räumlichkeiten im Erdgeschoss und den Untergeschossen zur Verfügung stehen – man darf gespannt sein, ob der legendäre Club auch in neuem Gewand an alte Erfolge anknüpfen kann.

Sicher ist, dass die Türme am Eingang zur Reeperbahn das Gesicht von St. Pauli prägen und verändern werden. Zusammen mit dem Empire Riverside Hotel, dem Astraturm und dem Atlantic Haus ist in den letzten Jahren eine Skyline entstanden, die den „alten“ Kiez in den Schatten stellt und die Modernisierung des Stadtteils symbolisiert. Geschichtsträchtige, aber zum Teil baufällige Gebäude wurden abgerissen, um Wolkenkratzern und modernen Wohnquartieren Platz zu machen.

Die ungewöhnliche Bauweise wird bereits deutlich (Bild: P. Kühn)

Die ungewöhnliche Bauweise wird bereits deutlich (Bild: P. Kühn)

Eine Entwicklung, die von alteingesessenen St. Paulianern und Kiez-Nostalgikern kritisch beäugt wird. Den Mittelweg zu finden, zwischen Kult-Wahrung und Fortschrittsdenken, ist ein Problem, welches rund um den Kiez allgegenwärtig ist. Wie man aktuell auch bei einem anderen Kult-Club sehen kann, dessen Heimat gerade mal 500 Meter Luftlinie von der Baustelle der „Tanzenden Türme“ entfernt liegt – nämlich bei den Fußballern vom Millerntor.

Das Beispiel „Mojo-Club“ zeigt, dass sich Kompromisse finden lassen, um Kult-Wahrung und Modernisierung in Einklang zu bringen. Denn bei aller sinnvollen Erneuerung kann niemand Interesse daran haben, dass hierbei der Charme von St. Pauli verloren geht.

Philip Kühn

{lang: 'de'}
Be Sociable, Share!
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Ein Kommentar zu „Tanzende Türme“ – Die neue Nummer eins

  1. Pingback: Stadtteilblogs ohne Wumms

Kommentare sind geschlossen.