Mietergenossenschaft im Karoviertel gegründet

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Das Karoviertel, hier die Marktstraße, ist in den vergangenen Jahren sehr belebt und beliebt geworden - mit zum Teil steigenden Mieten (Bild: R. Magunia)

Das Karoviertel, hier die Marktstraße, ist in den vergangenen Jahren sehr beliebt geworden – steigenden Mieten sind eine Folge (Bild: R. Magunia)

Anwohner des Karolinenviertels sind in ihrem Bestreben, die Wohnungspolitik ihres Quartiers maßgeblich mit zu gestalten, einen Schritt weiter gekommen.

Am vergangenen Sonntag wurde nach monatelanger Planung die Mietergenossenschaft Karolinenviertel gegründet. Mehr als 100 Interessierte kamen dazu ins Centro Sociale .

Ziel der Genossenschaft ist es, die 923 städtischen Wohnungen im Karoviertel, die von der Steg verwaltet werden, zu erwerben oder zumindest selbst zu verwalten. Damit will sie verhindern, dass diese im kommenden Jahr, wie von der Stadt geplant, von der Saga übernommen werden.

Die Genossenschaft befürchtet, dass mit einer Übernahme die Mieten weiter ansteigen könnten. „Die Saga hat in den vergangenen Jahren schließlich kontinuierlich die Mieten erhöht“, sagt Antje Kianidoost, Vorstandsmitglied der Mietergenossenschaft. SPD-Bürgerschaftsmitglied Andy Grote hält dagegen: „Die Saga musste der Stadt zusichern, dass die Mieten in den kommenden 20 Jahren auf einem niedrigen Niveau bleiben.“ Die Mieten der Saga-Wohnungen liegen zudem im gesamten Stadtbezirk oftmals unter dem jetzigen Mietniveau des Karoviertels, so Grote.

Antje Kianidoost, selbst Mieterin in der Marktstraße, hält das für eine Farce. Die 41-jährige Sozialwissenschaftlerin beobachtet die Mietsituation in der Stadt seit vielen Jahren. „Viele haben Angst, dass die Mieten im Karoviertel so stark ansteigen, wie zum Beispiel in St. Georg“, so Kianidoost. „Im Bekanntenkreis und in der Familie bekomme ich mit, wie schwer es beispielsweise für junge Leute ist, eine Wohnung zu bekommen. So darf es nicht weitergehen.“

Am heutigen Dienstagabend tagt die frisch gegründete Genossenschaft zum ersten Mal. Die Verhandlungen mit der Stadt sollen in Kürze beginnen.


Juliane Kmieciak


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