
Schlichter Hans-Peter Strenge (l.) gestern nach der ersten Sizung des runden Tisches (Bild: J. Joost)
“Wir werden uns am Freitag kommender Woche wieder treffen”, sagte Strenge nach dem Treffen. Bis dahin habe Schreiber eine “bauliche Hausaufgabe” aufbekommen. Nähere Details wollte er zunächst nicht bekannt geben. Es werde wohl noch ein bis zwei weitere Zusammenkünfte brauchen, bis eine Lösung gefunden sei.
Das Schlichtungsgespräch war ins Leben gerufen worden, weil der Obdachlosen-Zaun unter der Kersten-Miles-Brücke an der Helgoländer Allee parteienübergreifend auf Ablehnung gestoßen war. Wie berichtet, hatte ihn Bezirksamtsleiter Schreiber errichten lassen, um Obdachlose daran zu hindern, sich unter der Brücke niederzulassen. Zuvor hatte der Bezirk mit den Stimmen der SPD und GAL den Platz unter der Brücke für 100 000 Euro saniert, um dieses Ziel zu erreichen. Als das Vorhaben sich als erfolglos erwies, wurde der Zaun zunächst errichtet und neun Tage später nach heftigen Protesten wieder abmontiert.
Noch vor der ersten Verhandlungsrunde war Kritik an der personellen Zusammensetzung laut geworden. “Die Opposition der Bezirksversammlung ist bisher nicht eingeladen”, sagte Bernd Ohde, CDU-Fraktionschef in Mitte. Das moniert auch der GAL-Fraktionsvorsitzende Michael Osterburg. “Ein runder Tisch soll doch eigentlich die Probleme der Stadt lösen. Ich habe das Gefühl, dass die SPD ihre eigenen Probleme lösen will.” Die Kritik zielt auf die Tatsache, dass Strenge Sozialdemokrat ist, ebenso wie Schreiber und Sielmann als Vorsitzender der Bezirksversammlung. Strenge sieht darin kein Problem. “Dass der Vorsitzende der Bezirksversammlung ein SPD-Mann ist, das ist nun mal der Tatsache geschuldet, dass die SPD die stärkste Fraktion ist.” Er gehe davon aus, dass Sielmann alle Bezirksabgeordneten vertrete. (sba)
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