Rainbow Warrior III: Eine Greenpeace-Legende kehrt als Segelschiff zurück

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Die Rainbow Warrior III ist ein mit Motoren ausgerüstetes Segelschiff (Bilder: T. Konieczny)

Die Rainbow Warrior III ist ein mit Motoren ausgerüstetes Segelschiff (Bilder: T. Konieczny)

Rien Achterberg, Greenpeace-Veteran der ersten Stunde, ist beim Hamburg-Besuch der brandneuen Rainbow-Warrior III mit an Bord. „Das Schiff ist noch so neu, dass man fast Angst hat, dass es Kratzer bekommt. Erst im Laufe der Zeit wird es seine eigene Persönlichkeit entwickeln“, sagt der 62-Jährige.

Er muss es wissen, denn in seiner 38-jährigen Mitgliedschaft bei Greenpeace hat er die meiste Zeit auf den Schiffen der Umweltorganisation mitgewirkt. So auch im Juli 1985 auf der Rainbow Warrior I, der Vor-Vorgängerin der Rainbow Warrior III. Damals war das Schiff während des Einsatzes gegen Nukleartests im Hafen von Auckland vom französischen Geheimdienst bombardiert worden. Ein Greenpeace-Fotograf wurde bei dem Anschlag getötet.

Noch heute trägt der gebürtige Niederländer einen Armreif, der aus den Überresten der gesunkenen Rainbow Warrior I gefertigt wurde.


Rein Achterberg unterstützt Greenpeace seit 1978. Im Juli 1985 befand er sich beim Bombenanschlag auf die Rainbow Warrior 1 mit an Bord des Greenpeace-Schiffes.

Rien Achterberg unterstützt Greenpeace seit 1978. Im Juli 1985 befand er sich auf der Rainbow Warrior I, als diese vom französischen Geheimdienst versenkt wurde

Mit Stolz in der Stimme erzählt er, dass die heutige Rainbow Warrior ein Lichtblick für die weltweite Schiffbauindustrie sei. Dem kann Christian Busseau, Biologe und Teamleiter bei Greenpeace, nur zustimmen. „Sie ist ein sehr grünes Schiff und entspricht den höchsten Umweltstandards im Schiffbau“, sagt er. Weder PVC, noch Tropenholz seien bei der Produktion eingearbeitet worden. Zudem sei die Rainbow Warrior III mit einer umweltfreundlichen Abgasfilter- und einer Abwasseraufbereitungsanlage ausgestattet. Neu sei, dass sogar ein Helikopter auf dem Schiff landen könne.

Das Besondere sei jedoch die Tatsache, dass die Rainbow Warrior III ein mit Motoren ausgerüstetes Segelschiff ist, erklärt er. Fünf Segel mit einer Fläche von insgesamt 1300 Quadratmetern treiben sie umweltfreundlich über die Weltmeere. Bei Bedarf könne die Rainbow Warrior III jedoch auch mit einem Diesel- oder Elektromotor vorangetrieben werden. 15 Knoten Höchstgeschwindigkeit könne sie erreichen.


Bei Einsätzen sind die Greenpeace-Aktivisten oft monatelang unterwegs. Da dürfen Waschmaschinen an Bord natürlich nicht fehlen.

Bei Einsätzen sind die Greenpeace-Aktivisten oft monatelang unterwegs. Da dürfen Waschmaschinen an Bord natürlich nicht fehlen

„Wir trennen unseren Müll direkt an Bord und gewinnen unser Trinkwasser aus dem Meer“, erzählt Busseau weiter. Auf dem 58 Meter langen Motorsegler sei Platz für 32 Menschen. Gekostet habe er 23 Millionen Euro. „Die Rainbow Warrior III wurde ausschließlich aus Spenden finanziert. In den vergangenen Jahren sind über 100.000 Einzelspenden aus aller Welt für den Bau des Schiffes eingegangen“, sagt er. Greenpeace lehne Spenden aus der Industrie, Politik oder von Unternehmen strikt ab, betont er. Zukünftig werde die Rainbow Warrior III bei Kampagnen eingesetzt werden. Zum Beispiel im Kampf gegen den Walfang und gegen die weltweite Überfischung.


Die Rainbow Warrior III hat 23 Millionen Euro gekostet und wurde ausschließlich aus Spenden finanziert.

Die Rainbow Warrior III hat 23 Millionen Euro gekostet und wurde ausschließlich aus Spenden finanziert

Doch erst einmal ankert sie im Hamburger Hafen. Am kommenden Wochenende (22. und 23. Oktober) können sich Besucher das neue Greenpeace-Kampagnenschiff bei den „open boat“-Tagen von außen und innen anschauen. „Danach geht die Rainbow Warrior III auf eine Städtetour durch Europa“, sagt Busseau. Die nächsten Stationen seien zum Beispiel Amsterdam, London und Kopenhagen. Nach der Europatour segele sie dann über den großen Teich bis nach Amerika. Dort werde sie entweder vor der US-Küste für die Reduktion von CO2-Emissionen werben oder vor der brasilianischen Küste auf die Abholzung vom Regenwald aufmerksam machen. Die genaue Einsatzplanung sei noch nicht abgeschlossen, sagt der Greenpeace-Teamleiter.

Angesicht der weltweiten Spenden für das Schiff steht für Greenpeace-Urgestein Rien Achterberg jedenfalls jetzt schon fest: „Die Rainbow Warrior III ist ein Schiff von der Welt für die Welt“.


Tatjana Konieczny


Besichtigungen auf der Rainbow Warrior III: Am 22. und 23. Oktober von 10 bis 16 Uhr bei der Überseebrücke im Hamburger Hafen.


Der Armreif Rien Achtenberg wurde aus den Überresten der gesunkenen Rainbow Warrior I gefertig

Der Armreif von Rien Achtenberg wurde aus den Überresten der gesunkenen Rainbow Warrior I gefertigt




Gegen 10:20 Uhr ist die Rainbow Warrior III gestern im Hamburger Hafen angekommen

Gegen 10:20 Uhr ist die Rainbow Warrior III gestern im Hamburger Hafen angekommen




An Land erwarten Unterstützer der Umweltorganisation das neue Greenpeace-Schiff bereits

An Land erwarten Unterstützer der Umweltorganisation das neue Greenpeace-Schiff bereits




Die Rainbow Warrior III ist nicht allein nach Hamburg gekommen: Begleitet wurde sie von Greenpeace-Aktivisten in Schlauchbooten

Die Rainbow Warrior III ist nicht allein nach Hamburg gekommen: Begleitet wurde sie von Greenpeace-Aktivisten in Schlauchbooten




Sogar einen Hubschauber-Landeplatz gibt es an Bord. Greenpeace macht bei Einsätzen manchmal von Helikoptern Gebrauch, um beispielsweise Schiffe von Walfängern besser im offenen Meer orten zu können

Sogar einen Hubschauber-Landeplatz gibt es an Bord. Greenpeace macht bei Einsätzen manchmal von Helikoptern Gebrauch, um beispielsweise Schiffe von Walfängern besser im offenen Meer orten zu können




Rund vier Rettungsboote sind an Bord, zwei davon sind Schnellboote wie dieses

Rund vier Rettungsboote sind an Bord, zwei davon sind Schnellboote wie dieses




Mit diesem Ausstieg kann die Greenpeace-Crew schnell und einfach in die Schlauch- und Schnellboote umsteigen

Mit diesem Ausstieg kann die Greenpeace-Crew schnell und einfach in die Schlauch- und Schnellboote umsteigen




Der Maschinenraum der Rainbow Warrior III: Das Segelschiff kann bei Bedarf durch einen Diesel- und sogar einen Elektromotor angetrieben werden

Der Maschinenraum der Rainbow Warrior III: Das Segelschiff kann bei Bedarf durch einen Diesel- und sogar einen Elektromotor angetrieben werden




In der Kombüse werden täglich frische Mahlzeiten für die Besatzung zubereitet

In der Kombüse werden täglich frische Mahlzeiten für die Besatzung zubereitet




In der Messe der Rainbow Warrior III verbringt die Besatzung während ihrer monatelangen Einsätze den einen oder anderen gemütlichen Abend

In der Messe der Rainbow Warrior III verbringt die Besatzung während ihrer monatelangen Einsätze den einen oder anderen gemütlichen Abend




Der Gang zu den Kajüten: Für Luxus ist an Bord der Rainbow Warrior III kein Platz

Der Gang zu den Kajüten: Für Luxus ist an Bord der Rainbow Warrior III kein Platz




Pro Kajüte schlafen zwei Personen in Hochbetten. An Bord des neuen Greenpeace-Motorseglers ist Platz für insgesamt 32 Personen

Pro Kajüte schlafen zwei Personen in Hochbetten. An Bord des neuen Greenpeace-Motorseglers ist Platz für insgesamt 32 Personen




Der "Radio room": Hier kann die Greenpeace-Crew mit der Außenwelt kommunizieren und beispielweise Videos ihrer Einsätze verschicken

Der "Radio room": Hier kann die Greenpeace-Crew mit der Außenwelt kommunizieren und beispielweise Videos ihrer Einsätze verschicken




Im Kampagnenraum wird die Organisation der einzelnen Aktionen und Kampagnen diskutiert und geplant

Im Kampagnenraum wird die Organisation der einzelnen Aktionen und Kampagnen diskutiert und geplant




Die Brücke der Rainbow Warrior III: Das Schiff ist mit modernster Technik ausgerüstet

Die Brücke der Rainbow Warrior III: Das Schiff ist mit modernster Technik ausgerüstet




Die Schiffsglocke des Motorseglers

Die Schiffsglocke des Motorseglers




Die Rainbow Warrior III hat 23 Millionen Euro gekostet und wurde komplett durch Spenden finanziert

Das neue Greenpeace-Flaggschiff hat 23 Millionen Euro gekostet und wurde komplett durch Spenden finanziert




Nach ihrem Hamburg-Besuch wird die Rainbow Warrior III auf Städtetour durch Europa gehen, sagt Christian Busseau, Biologe und Teamleiter bei Greenpeace

Nach ihrem Hamburg-Besuch wird die Rainbow Warrior III auf Städtetour durch Europa gehen, sagt Christian Busseau, Biologe und Teamleiter bei Greenpeace




Die Greenpeace-Einsätze auf hoher See können manchmal gefährlich sein. "Wir legen großen Wert auf die Sicherheit unserer Mitglieder", sagt Brigitte Behrens, Geschäftsführerin von Greenpeace Deutschland

Die Greenpeace-Einsätze auf hoher See können manchmal gefährlich sein. "Wir legen großen Wert auf die Sicherheit unserer Mitglieder", sagt Brigitte Behrens, Geschäftsführerin von Greenpeace Deutschland




Das Schiff bietet viel Stauraum beispielsweise für Fahrräder, Banner und große Kampagnen-Plakate

Das Schiff bietet viel Stauraum, beispielsweise für Fahrräder, Banner und große Kampagnen-Plakate




Die Rainbow Warrior III wurde in der Fassmer Werft in Berne gebaut. Ihr Heimathafen ist Amsterdam

Die Rainbow Warrior III wurde in der Fassmer Werft in Berne gebaut. Ihr Heimathafen ist Amsterdam

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Eine Antwort auf Rainbow Warrior III: Eine Greenpeace-Legende kehrt als Segelschiff zurück

  1. bernd nürnberg sagt:

    grossartiges schiff! ich wünsch euch allzeit eine glückliche und erfolgreiche reise. bernd nürnberg