Unser Areal – Anwohner wollen über die Zukunft der alten Rindermarkthalle mitbestimmen

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Fünf Würfel sollen Anwohner dazu animieren ihre Ideen für eine Umgestaltung der alten Rindermarkthalle zu diskutieren

Fünf Würfel sollen Anwohner dazu animieren ihre Ideen für eine Umgestaltung der alten Rindermarkthalle zu diskutieren (Bilder J. Schröder)

Seit Mai vergangenen Jahres ist das Gelände der alten Rindermarkthalle ungenutzt. Die Nutzungspläne der Stadt, die eine Musikhalle vorsahen, trafen auf Widerstand der Anwohner. Nun nehmen einige von ihnen unter dem Motto Unser Areal die Planung selbst in die Hand.

„Wir fühlten uns von der Stadt übergangen. Wir fanden, dass das Planungsverfahren keineswegs ergebnisoffen war“, erklärt Anwohnerin Dagmar Richter, die bei der Aktion mitmacht. „Also haben wir uns Gedanken gemacht, wie man die Bewohner des Quartiers und der angrenzenden Stadtteile in die Planung einbeziehen kann.“

Nach Auskunft der Initiatoren haben sich bereits über 600 Anwohner an der Aktion im Vorfeld beteiligt und auf Fragebögen wie diesem ihre Wünsche geäußert

Nach Auskunft der Initiatoren haben sich bereits über 600 Anwohner an der Aktion im Vorfeld beteiligt und auf Fragebögen wie diesem ihre Wünsche geäußert

Dafür stehen seit vergangenem Freitag würfelähnliche Aufbauten vor der ehemaligen Rindermarkthalle. Es handelt sich dabei um Skulpturen des Konzeptkünstlers Till F.E. Haupt, der die fünf Würfel für die Aktion Unser Areal bereitstellte.

Die Würfel dienen als Pavillons und sollen laut Auskunft der Beteiligten dazu anregen, das zu schaffen, was die Stadt nach Meinung der Anwohner verpasst hat: Eine Plattform bereitzustellen, auf der sich die Anlieger über die zukünftige Nutzung des Areals austauschen können.

Vorbild für diese Aktion ist Park Fiction, ein von Anliegern gemeinsam geplanter und realisierter kleiner Park oberhalb des Fischmarktes in der Hafenstraße. Diese Beteiligungsform wurde adaptiert und auf die alte Rindermarkthalle übertragen. „Wir wollen, dass hier jeder seine Wünsche äußern kann“, sagen die Initiatoren der sogenannten „Wunschproduktion“. Dafür haben sich die Beteiligten etwas einfallen lassen.


Mit Schablonen und Grundrissen können Anlieger ihren eigenen Bebauungsplan erstellen

Mit Schablonen und Grundrissen können Anlieger ihren eigenen Bebauungsplan erstellen

Interessierte können aus einem Bogen fertige Schablonen ausschneiden, die alle symbolisch für eine Nutzungsidee wie z.B. Grünfläche, Markt oder Skatehalle stehen und diese dann auf einen Grundriss des Geländes arrangieren, so Niels Boeing, ein am Projekt beteiligter Anwohner. Außerdem werden weiterhin Fragebögen gesammelt, auf denen in der Vergangenheit bereits über 600 Bürger ihre Wünsche formuliert haben, fügt er hinzu.

Bürger nehmen diese Idee bereits an: Ernst Dabelstein, der schon seit 53 Jahren gegenüber der alten Rindermarkthalle wohnt, ist der Platz viel zu grau. Reichlich Grünflächen würden ihm besser gefallen. Bezahlbare Wohnungen und eine Tiefgarage wünscht er sich ebenfalls: „Es gibt hier einfach zu viele Autos und zu wenig bezahlbaren Wohnraum“, meint er.

Wann es zu einer offiziellen Entscheidung zur weiteren Nutzung des Grundstückes kommt, ist noch unklar.

Jens Schröder

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